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Radierung und Aquatinta (Graphische Sammlung der ETH Zürich)

Auf dem spiegelglatten Meer ragt eine verlassene, mediterrane Felseninsel wie ein überdimensionaler Altar hervor. Dieser gleicht einer mystischen Burg mit einem Zypressenhain, der den Himmel zu berühren scheint. Mit seinen vier Versionen der Toteninsel hat auch Arnold Böcklin – hier durch eine Radierung Max Klingers vertreten – den Himmel berührt. Seine berühmteste Bildschöpfung, die das Lebensgefühl einer ganzen Epoche beschreibt, gewährte ihm schon zu Lebzeiten die Aufnahme in den Künstlerolymp.

Die Schönheit der stummen Natur des Bildes – selbst das Meer scheint den Atem anzuhalten – erinnert an die menschliche Vergänglichkeit. Melancholie, Weltschmerz und die Sehnsucht nach einem endgültigen Aufgehobensein befallen den Betrachter. Bestimmt kann das Werk als Huldigung an Böcklins Auftraggeberin, eine junge Witwe, gelesen werden; es weist aber auch auf die letzte Reise des Künstlers selbst. Eine der Grabkammern auf der Insel trägt die Initialen AB, den Namen Böcklins andeutend. Dennoch: Non omnis moriar – nicht alles von uns stirbt. Liest man den Spruch auf Böcklins Grabstein in Italien, wird man gewahr, dass der Künstler Unsterblichkeit erlangt hat – paradoxerweise mit einer Insel der Toten.

Raumplan
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